Willkommen beim Akademischen Verein Hütte Stuttgart e.V.
Willkommen beim Akademischen Verein Hütte Stuttgart e.V.

News des Sommersemesters 2017

Haus- und Gartentag 

Am Wochenende vom 22.04.2017 war unser Garten- und Haustag. Wir haben wieder alles auf Vordermann gebracht. Doch dann … . Heute möchte ich ausnahmsweise euch nicht vom Garten- Haustag berichten, da sich der Ablauf ja jedes Semester stark ähnelt. Anstelle dessen schreibe ich über ein Thema, welches uns das ganze Semester begleitet hat.


 

Vielleicht ist einigen nach der reißerischen Überschrift in großen leuchtenden Buchstaben schon bewusst, worum es gehen soll. Die Aktivitas hat sich das ganze Semester mit dem Thema reality.exe beschäftigt. Wir haben dieses Thema gewählt, da es unserer Meinung nach wichtig ist sich mit den Themen Berichterstattung und Fakenews in den Zeiten von Erdogan, Trump, Le Pen und May, um nur einige zu nennen, auseinanderzusetzen.

Die Aufmachung und der Titel dieses Artikels ist an die Tageszeitung mit der größten Auflage angelehnt, die die Summe von Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Welt, Handelsblatt und die tageszeitung multipliziert mit dem Faktor 1,8 ausmacht. Warum also gerade diese Aufmachung?


 

Durch die große Auflage dieser Zeitung bestimmt diese die Printmedien maßgeblich. Das ist mir erst dieses Semester klar geworden bei zwei Vortragsreihen, die ein Teil der Aktivitas an der Hochschule der Medien besucht hat. Zum einen am 24.05.2017 die Vortragsreihe „Fake-News“ – eine ernst zu nehmende Bedrohung? und zum zweiten die Tagung Narrative des Populismus: Erzählmuster und -strukturen populistischer Politik am 30.07.2017.


 

Bei der Vortragsreihe Fake News haben sich Experten der Fachbereiche Recht, Politik, Journalistik und Technik getroffen und den aktuellen Stand ihrer Forschung vorgestellt. Anschließend wurde die Veranstaltung durch eine Podiumsdiskussion abgerundet. Von den historischen Hintergründen, die bis Mitte des 19.Jahrhunderts durch die Tatarenmeldung zurückgingen, über die rechtliche Definition, den politischen Umgang und die Bekämpfung mittel Künstlicher Intelligenz wurde das Thema behandelt.


 

Die Tagung Narrative des Populismus beschäftigte sich mit Narrative, Merkmale und Strategien populistischer Kommunikation und Weltanschauung der Politik. Für mich war es das erste Mal, dass ich mich exzessiv mit der Thematik von Narrativen beschäftigt habe. Ein Narrativ ist eine sinnstiftende Erzählung, die Einfluss hat auf die Art, wie die Umwelt wahrgenommen wird. Ein Punkt, auf den während der Vorträge eingegangen wurde, war die Wahrnehmung der Situation von Geflüchteten im Jahr 2015 und 2016. Durch die Sprache die im Jahr 2015 durch den Journalismus und der Politik verwendet wurden, unteranderem dem Narrativ die „Flutwelle an Flüchtlingen“, stellte sich bei einem Großteil der Bevölkerung ein Ohnmachtsgefühl ein, auch wenn diese überhaupt keine Berührungspunkte hatten.


 

Wen die Themen interessieren, kann auf der Homepage des Fördervereins der HDM unter Aktuelles und auf der Homepage des Instituts für angewandte Narrativforschung unter Veranstaltungen Artikel zu den Veranstaltungen lesen.

Frühjahrsbruch: Eine Reise in die Vergangenheit

Reality.exe: So hieß das Programm der Aktivitas im Sommersemester 2017. Bevor wir jedoch richtig in die Digitalisierung einstiegen, wollten wir uns zunächst mit der Vergangenheit beschäftigen. So lautete das Thema unseres traditionellen Frühjahrsbrunch zum Semesterbeginn „Analoge Welt“.

Die Aktivitas nahm dieses Thema sehr ernst und beschaffte für die Dekoration unzählige alte Geräte von Plattenspielern bis Schreibmaschinen, die ausprobiert werden wollten. Dazu gab es Gerichte, die eher in die 80er und 90er Jahre als ins Heute zu gehören schienen. Passend dazu durfte Elisa von der Aktivitas Quizmaster spielen und unterhielt die Gesellschaft mit interessanten Fragen zu analogen Technologien à la „Wer wird Millionär?“.

 

Es war wie immer ein schöner, stimmungsvoller und sehr gelungener Brunch. Wir freuten uns über viele Freunde und Verwandte, die zugegen waren und Aktivitas und die Altherrenschaft bekamen Gelegenheit, sich auszutauschen. So konnten auch die neusten Hausbewohner Ron, Cornelius und Salah endlich Bekanntschaft mit dem Verein machen. Alle drei traten wagemutig vor versammelte Mannschaft, stellten sich vor und erklärten, was die Hütte aus ihrer Sicht außergewöhnlich macht. Alles in allem sind unser Feste doch immer schöne Erinnerungen genau daran.

 

Rosalie Schneegaß

 

Science Slam trifft Körperwelten

Für den 13. Science Slam haben wir unser gewohntes Slam-Format erweitert und uns dieses Mal einen neuen Kooperationspartner mit ins Boot geholt und zwar die Ausstellungsreihe Körperwelten, gegründet von Gunther von Hagens. Der Idee war es den Science Slam mit der wissenschaftlichen Ausstellung von Körperwelten zu verbinden. Die rund 450 Besucher hatten im Anschluss an den Slam noch die Möglichkeit die Ausstellung zum Thema „der Zyklus des Lebens“ zu besuchen. Über 200 Präparate, darunter viele Ganzkörperplastinate führen dabei durch den menschlichen Körper und erläutern einzelne Organfunktionen sowie häufige Erkrankungen. Dabei durchläuft ein Besucher die einzelnen Stationen der Entwicklung des menschlichen Körpers, beginnend bei der Zeugung bis ins hohe Alter. Die Verknüpfung dieser zwei Formate – Ausstellung und Slam – fanden wir überaus bereichernd. Der Science Slam will Wissenschaft erlebbar machen und auch einem Laienpublikum Wissenschaft verständlich und unterhaltsam darbieten. Die Ergänzung durch einen Besuch einer solchen Ausstellung im Anschluss an den Slam rundete den Abend ab und bot unseren Besuchern eine neue außergewöhnliche Facette. Um ein stimmiges Konzept zu bieten luden wir Slammer ein, die sich dem Bereich rund um Medizin und Biologie widmen, dazu forschen und darüber slammen.

Am vierten Mai 2017 traten vier Slammer in einer Nebenhalle der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in einem wissenschaftlichen Wettstreit gegeneinander an. Durch den Abend führte das Moderations-Duo Rosaline Ehrlich und Elisa Weber.

Die erste Slammerin war Wiebke Schick aus Tübingen. Ihr Slam trug den Titel „täuschend echt oder echt täuschen?“. Dabei referierte sie über neurologische Verknüpfungen bei der Wahrnehmung von Information. In einem Experiment, das sie durchführte, sollten Probanden ein Netz aus Begriffen am Bildschirm in einem möglichst kurzen Weg von oben nach unten durchlaufen. Die Probanden ließen sich dabei von der Ähnlichkeit der Begriffe täuschen und lösten die Aufgabe nicht optimal. Das Gehirn wird sozusagen ausgetrickst und die ähnlichen Begriffe gaukeln einen möglichst kurzen und effizienten Weg vor. Das Experiment zeigte wie das Gehirn mit bereits etablierten Mustern arbeitet.

Der nächste Kandidat war Albrecht Vorster aus Freiburg, er slammte vor allem über Homosexualität in der Natur. Er referierte darüber, dass auch im Tierreich ein gewisser Anteil an homosexuellen Tieren konstant vorhanden ist, genauso wie bei Menschen und, dass der Vorwurf von einem Trend zum „schwul sein“ überhaupt nicht zutreffen kann. Wissenschaftlich fundiert zeigte der Slammer, dass rein gar nichts widernatürlich an Homosexualität ist, sondern schon immer da war und Teil der Natur ist.

Als nächstes ging Tran Nguyen, die gebürtige Stuttgarterin mit vietnamesischen Wurzeln mit ihrem Slam „Mehr Mäuse für die Medizin“ an den Start. Sie slammte nicht wie der Titel vermuten ließ über Tierversuche, sondern über die Verwendung von Geldern aus öffentlichen Kassen und Steuern für medizinische Forschungseinrichtungen. Dabei zeigte sie sehr charmant auf, wie gering der Anteil für medizinische Forschung ist im Vergleich zu anderen Bereich oder auch Ausgaben aus dem täglichen Leben.

Gewinner des Abends war Jochen Müller. Er hat mit seinen Teamkollegen ein neuartiges Kontrastmittel zur Schlaganfallerkennung entwickelt. Er erklärte, dass die Zeit für die Erkennung der Art des Schlaganfalls eine sehr kritische Phase beim Patienten darstellt. Wird nämlich der Typ des Schlaganfalls nicht genau erkannt und ein falsches Medikament verabreicht, kann das verheerende und oft tödliche Folgen für den Patienten haben. Zusätzlich sind die aktuellen Vorgehensweisen relativ zeitaufwändig. Er slammte darüber, wie dieses neue Kontrastmittel funktioniert und wie es eingesetzt werden kann. Markttauglich ist es leider noch nicht, jedoch konnte er so die Mehrheit des Publikums von sich überzeugen und den Abend für sich entscheiden mit ging mit dem Pokal, unserem Stuttgarter Sternle, nachhause.

Besonders gefreut hat uns, dass sich unter den Besuchern auch einige Mitglieder des Altherrenbundes befanden. Wir hoffen, dass auch der nächste Slam im November in Kooperation mit Steinbeis ein Erfolg wird und wir wieder einige Mitglieder des Vereins dort begrüßen dürfen.


 

Elisa Weber

Hütteabend

Als Auftakt zum Stiftungsfest haben wir uns auch dieses Jahr am Freitag, den 16. Juni 2017, zum Hütteabend getroffen. Nach den heißen Diskussionen, Errungenschaften und Prüfungen in der Mitgliederversammlung konnte der gemütliche Teil des Abends beginnen. Eröffnet wurde mit der Begrüßungsrede von unserem X! Felix. Voller Vorfreude, mit Blick auf die durstigen Gesichter und von einem besonders durstigen Mitglied etwas zu zeitig angestochen, konnte das Bierfass diesen offiziellen Auftakt kaum abwarten und ließ das Bier direkt im Anschluss daran schon in unsere Krüge fließen. Natürlich durfte auch das Hüttelied als musikalischer Beginn des Abends nicht fehlen. Ein besonderer Dank geht hier an unseren extra aus Berlin eingeflogenen Bierorgelspieler und Freund János Szombati.

Kurz darauf hat Steffen Merseburg mit dem Impulsvortrag über das bedingungslose Grundeinkommen eine vielfältige Diskussion angeregt. Dabei stand weniger im Vordergrund ob dieses Einkommen nötig ist, sondern wie es umgesetzt werden könnte, wobei auch die Höhe, Strategien zur flexible Auszahlungen oder die Bezugsgrenze diskutiert wurden. Dies führte zu dem Punkt, ob es sich negativ auf die Arbeitsmoral auswirken würde oder im Gegenteil zur Eigeninitiative anregen kann. Besonders spannend war darüber hinaus, wie Automatisierung, Konsum und Auslagerung der Arbeit in andere Länder zu unserem Wohlstand beigetragen haben und zu welchem Maß und Bedingungen dieser erhalten werden soll und kann. Dieses aktuelle Thema hat viele Interessen angesprochen und uns Allen durch den regen Austausch neue Blickpunkte gezeigt.

Doch hauptsächlich wurde der Abend mit lockeren Gespräche gefüllt. Es boten sich viele schöne Gelegenheiten um mit allen Mitgliedern ins Gespräch zu kommen und dabei über Altes zu lachen, Neuigkeiten auszutauschen und zukünftige Pläne zu schmieden. Dabei kam das Singen der Klassiker aus dem Kommersbuch natürlich nicht zu kurz.

An diesem Abend gab es noch einen weiteren Grund zu feiern: Unser langjähriger Vorstand Konrad Fröhlich wurde in der vorhergehenden Versammlung für sein Engagement ausgezeichnet und als Ehrenmitglied des Altherrenbundes aufgenommen. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön für deinen Einsatz und die damit verbundenen Erfolge für unseren Verein!

Im Laufe des Abends wurde diese schöne Feier von einem besonderen Ereignis unterbrochen. Mit den Worten: "Das ist jetzt kein Scherz, wir unterbrechen den Abend ganz formell und offiziell und rufen die Mitgliederversammlung noch einmal ein!" meldete sich unser neuer Vorstand Berthold zu Wort. Ein über Email etwas verspätet eingegangener Antrag zur Aufnahme eines Bundesbruders in den Altherrenbund konnte nicht einfach unbeantwortet bleiben. Die Anwesenheit der nötigen Personen war schnell geprüft ("die Vorstände sind da, der Schriftführer ist da, der Kassier ist da. Prima."), die Versammlung spontan einberufen, der Antrag einstimmig angenommen und die Versammlung wieder geschlossen. Dank dieser allzeitigen Einsatzbereitschaft unserer Vorstände und der nötigen Spontanität können wir mit diesem Abend neben Lei Chen, Agnes Dransfeld, die uns aus Chile grüßt, und Franziska Kress auch Tobias Bösl in den Reihen der Altherren begrüßen. Darüber hinaus haben wir die bisher wohl außergewöhnlichste Aufnahme in den Altherrenbund erlebt.

So nahm der Abend seinen Lauf. Die nicht in jedem Ton ganz stimmig getroffenen, aber mit Freude und laut gesungenen Lieder trugen weiter zur ausgelassenen Stimmung bei. Die Aktivitas hat diesen Hütteabend sehr genossen und freut sich schon auf nächstes Semester.

 

 

 

Franziska Kress

147. Stiftungsfest

"Hattest du schon mal einen Traum, Neo, der dir vollkommen real erschien? Was wäre, wenn du aus diesem Traum nicht mehr aufwachst. Woher würdest du wissen, was Traum ist und was Realität?"

Auch wir, die Aktivitas, versuchten zum diesjährigen Stiftungsfest die Realität auf den Kopf zu stellen. Passend zum Semestermotto „reality.exe“ orientierten wir uns dafür am 1. Film der Matrix-Reihe.

Kurzgefasst handelt er vom verlorenen Krieg der Menschheit gegen künstliche Intelligenz. Nun dienen ihre Körper nur noch als Kraftwerke für die Welt der KI. Ihre Geister jedoch befinden sich in einer programmierten Scheinrealität, der Matrix, in der sie sich wohl fühlen. Nur eine Hand voll Menschen schafft es aus ihr auszutreten, um die Wahrheit zu erkennen. So auch Neo, der als Auserwählter für die Rettung der Menschheit kämpft.

Programmierungen und KI standen für die richtige Matrix-Atmosphäre im Vordergrund: Am Abend hingen Kabel von den Wänden, der Matrix Code lief mit Hilfe eines Beamers über die Decke und Laser strahlten quer durch den Raum. So sorgte der erste Eindruck bei Betreten des großen Saals für Staunen. Auch freuten wir uns darüber, dass viele Gäste, inspiriert an Neo und Co., schwarz oder weiß gekleidet erschienen. Mit den aufwendigen und gelungenen Vorbereitungen erhofften wir uns, viele Gäste anlocken zu können, was dieses Jahr leider nicht der Fall war.

Nach dem üppigen und leckeren Buffet wurde zunächst ausgelassen getanzt und Cocktails an unserer wurden an unserer Terassen-Bar geschlürft.
Anstatt der traditionellen Mimik veranstalteten wir ein Fake-News Quiz. Hier galt es herauszufinden, welche Artikelüberschriften real sind, um den Fake News auf die Schliche zu kommen. Verwirrte und amüsierte Gesichter zierten bei der Auflösung die Quizteams und es konnte herzlich gelacht werden.

Das Fest ging noch bis spät in die Nacht hinein und war durch und durch gelungen. Wir hatten viel Spaß und hoffen, den Gästen erging es genauso. An dieser Stelle möchten wir uns besonders bei allen Helfern bedanken, ohne die es in diesen Ausmaßen sicher nicht möglich gewesen wäre.


 

Filmabende

Auch dieses Semester wurden zwei Filmabende ins Programm genommen. Es war uns als Aktivitas wichtig für unsere Auseinandersetzung mit dem Semestermotto der "Digitalisierung" auch das Medium des Filmes hinzuzuziehen. Gesellschaftliche und kulturelle Tendenzen und Veränderungen werden im Film und anderen Kunstformen aufgegriffen, beleuchtet, weiterentwickelt und kritisch hinterfragt und festgehalten. Somit hatten die Filmabende nicht nur das Ziel das Semesterthema einzuleiten, sondern auch Diskussionsstoff zu bieten, neue Aspekte aufzuzeigen und zu Gedankenexperimenten zu ermutigen.

 

Beim ersten Filmabend wurde der preisgekrönte Kinoerfolg "The Matrix" aus dem Jahr 1999 gezeigt. Dieser Film eröffnet den Blick auf eine dystopische Zukunft, in der die Welt von Maschinen regiert wird und die Meschen nur zu Zwecken der Energiegewinnung existieren. Die Menschen sind sich ihrer Gefangenschaft und absoluter Abhängigkeit von den Maschinen nicht bewusst, da sie alle an eine digitale Welt angeschlossen sind, die ihnen eine Simulation eines normalen Lebens bietet. Einer kleinen Gruppe von Menschen gelingt es aus dieser digitalen Simulation - der Matrix - auszubrechen und es beginnt ein erbitterter Kampf zwischen Mensch und Maschine.

Dieses Szenario stellt in Hinblick auf die Geschichte dystopischer Literatur und Film keine Neuerung dar, sondern greift viele traditionelle Elemente des dystopischen Genres auf. Seit Ende des 19. Jahrhunderts entstanden literarische Werke, welche die Gefahren der Industrialisierung und die damit verbundenen Ängste und Befürchtungen der Gesellschaft thematisierten. Eine Reaktion auf den technischen Fortschritt zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellt zum Beispiel E. M. Forsters dystopische Kurzgeschichte "The Machine Stops" aus dem Jahr 1909 dar, in der die Menschheit die Fähigkeit verliert an der Erdoberfläche zu leben und sich unter die Erde verbirgt, wo ihre ganzen Bedürfnisse von einer omnipotenten Maschine befriedigt werden. Kommunikation erfolgt durch Text- und Videonachrichten. Auch sieht die Geschichte die Entwicklung des Internets vorher. Auch im Science Fiction Werk "The City of the Living Dead" von Laurence Manning und Fletcher Pratt aus dem Jahr 1930 ist das Misstrauen und der Vorbehalt gegenüber der Technik erkennbar. Menschen leben in Traumwelten, in denen ihnen reale Erlebnisse von Maschinen vorgegaukelt werden. Das Leben ist eine reine Simulation, Menschen leben in mechanischen Gebärmuttern und es führt zu einer Stagnation der Gesellschaft. Die meisten Geschichten dieser Art beinhalten eine Form von Rebellion gegen die Lebensumstände. Denn der Mensch sehnt sich nach einer einfacheren Lebensform. Die amerikanische Schriftstellerin Ursula K. Le Guin sagte treffend, dass jede Utopie eine Dystopie enthält, genauso wie jede Dystopie eine Utopie beeinhaltet. Indem der Mensch eine albtraumhafte Welt erschafft, in der seine Befürchtungen und Ängste gespiegelt werden, erschafft er auch einen Gegenvorschlag. Denn die meisten dystopischen Geschichten tragen einen Funken Hoffnung mit sich, dass die bedrückenden Umstände doch beseitigt werden können. Dabei wird sogar oft auf traditionelle christliche Motive zurückgegriffen. Der Protagonist stellt oft eine Erlöserfigur dar, der sich für das Wohl der Allgemeinheit aufopfert. So wird der Held der Matrixtriologie "Neo" als der Auserwählte bezeichnet, der dazu auserwählt wurde die Menschheit von der Tyrannei der Maschinen zu befreien. Eine solche Darstellung ist insoweit problematisch, als dass dem Rezipienten vermittelt wird, dass er auf eine Heldenfigur angewiesen ist und nicht Herr seines eigenen Schicksals ist. Der zweite Film der im Rahmen der Filmabende vorgeführt wurde, war der deutsche Fernsehfilm "Welt am Draht" aus dem Jahr 1973. Auch dieser setzt sich mit digitalen Welten und künstlicher Intelligenz auseinander.

 

Die Beschäftigung mit diesen Themen in Literatur und Film zeigt, dass viele Menschen von der zunehmenden Digitalisierung beunruhigt sind, diese Sorgen jedoch keine neuen sind. Inwieweit die Befürchtungen gerechtfertigt sind, wird sich in der Zukunft zeigen, jedoch kann jeder darauf Einfluss nehmen, wie viel er von sich im virtuellen Raum preisgeben möchte und welche Bedeutung die digitale Welt für seinen Alltag hat.


Im kommenden Wintersemester werden auch wieder Filmabende stattfinden, an denen bewusst ausgesuchte und zum Semesterthema beitragende Filme gezeigt werden. Wir laden sehr herzlich zu diesen Abenden ein, denn sie bieten einen schönen und entspanten Rahmen zum Gedankenaustausch zwischen Altivitas und Altherrenbund.

 

I

Kontakt

Akademischer Verein Hütte Stuttgart e.V.
Eduard-Pfeiffer-Str. 69
70192 Stuttgart

Rufen Sie einfach an +49 711 295739 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Altherrenbund des Akademischen Vereins Hütte Stuttgart e.V.